Fair Wohnen im Bestand
Shownotes
Fair Wohnen im Bestand
Wie gemeinnützigen Wohnbauprojekten eine sozialökologische Transformation gelingt
Jeder Mensch muss wohnen. Die Nachfrage nach Wohnraum wächst auch in der Schweiz – durch demografische Entwicklungen und einen steigenden Pro-Kopf-Verbrauch.
Das Raumplanungsgesetz limitiert Bauland auf bestehende Bauzonen. Die angestrebte Lösung heisst Innenentwicklung: Gebaut werden soll nur noch dort, wo schon gebaut ist. Unregulierte Bodenpreise werden spekulativ angehoben, und viele Eigentümer:innen im freien Markt umgehen das Schweizer Mietrecht, um Erträge zu maximieren.
Bauträger:innen in gemeinnütziger Selbstverpflichtung setzen diesen Entwicklungen die Strategie der fairen Kostenmiete entgegen und entziehen den Boden, wo immer möglich, dauerhaft spekulativer Verwertung. Diese sozialökonomischen Ziele stehen jedoch nicht immer im Einklang mit ökologischen Zielen, etwa wenn zusätzlicher Wohnraum in Kostenmiete durch Abbruch und Ersatzneubau auf bestehenden Arealen erzielt werden soll. Ein Dilemma, für das es keine einfachen Lösungen gibt.
Die aktuelle Folge geht der Frage nach, wie es durch Lernprozesse dennoch gelingt, Bestand zu erhalten und soziale wie ökologische Ziele gleichzeitig zu verfolgen. Wie lassen sich bezahlbare Mieten und deutliche Einsparungen von Grauenergie und Ressourcenverbrauch erreichen und dabei zugleich innovative Wohnformen und eine hohe Gebrauchsqualität ermöglichen?
Anhand von zwei Projekten wird diskutiert, wie die Transformation von ehemaligen Lagergebäuden in Wohnbauten gelingt, wie Architektur, physischer Gebäudebestand und gemeinnützige Organisations- und Finanzierungsstrukturen dabei zusammenspielen und welche Lernprozesse diese Entwicklungen erst möglich machen.
Die Genossenschaft Warmbächli in Bern ist ein Wohnprojekt mit hohen ökologischen Anforderungen, fairer Kostenmiete, partizipativer Planung und gemeinschaftlichem Zusammenleben im ehemaligen Lagergebäude der Chocolat Tobler AG. Im Zusammenspiel eines bestandssensiblen Städtebaus (BHSF Architekten) und einer partizipativen Organisationsentwicklung (Genossenschaft Warmbächli, Thiesen & Wolf) gelingt nicht nur eine inspirierende Architektur, sondern auch der Aufbau einer tragfähigen gemeinnützigen Finanzierungsstruktur.
Das Ostdeck ist ein Projekt der Dachgenossenschaft Mietshäusersyndikat Basel auf dem Areal der Zentrale Pratteln. Durch den Erhalt der Tragstruktur eines ehemaligen Coop-Lagergebäudes entsteht ein gemeinschaftliches Wohnhaus, von Einzelapartments und Familienwohnungen bis zum Hallenwohnen. Im ersten städtebaulichen Entwurf war das Gebäude noch für den Abbruch vorgesehen. Pioniernutzungen und Machbarkeitsstudien (Denkstatt sàrl) stossen Lernprozesse an, die im Zusammenspiel von Eigentümerin (Logis Suisse AG), Bauherrschaft (MHS Basel), Gemeinde und Städtebauteam (Bachelard Wagner Architekten) zu einer Umplanung führen: Die Tragstruktur bleibt erhalten und spart rund 1.300 Tonnen CO₂-Äquivalente ein.
Judit Solt (Chefredaktorin espazium) und Ivo Balmer (Denkstatt sàrl) sprechen mit Tobias Willimann (Co-Präsident Wohnbaugenossenschaft Warmbächli), Tim Seidel (BHSF Architekten), Ben Pohl (Denkstatt sàrl) und Anne-Marie Wagner (Bachelard Wagner Architekten) über Lernprozesse in gemeinnütziger Organisationsentwicklung und die bauliche Transformation von Gebäuden für fairen Wohnraum und innovative Wohnformen.
Welche Veränderungen in der Planungskultur braucht es, damit Lernphasen und 1:1-Modelle ihr Wissen aktiv in Quartierplanprozesse einspeisen können? Wie lassen sich soziale und ökologische Ziele im gemeinnützigen Wohnungsbau verschränken, ohne die wachsende Komplexität als Hindernis zu begreifen?
Produziert in Zusammenarbeit von Denkstatt, B/IAS und espazium im Rahmen der Carte Blanche XX im Architekturforum Zürich (Dez. 2024 – März 2025). Die Podcast-Gespräche sind Teil eines Forschungsprojektes von B/IAS zu urbanen Lernprozessen. Die Transkripte sind mit DOI versehen, zitierfähig und dauerhaft archiviert. Ben Pohl (B/IAS / Denkstatt sàrl) – Konzeption und Research.
Transkript anzeigen
00:00:02: Ben Pohl: Wir stehen sowohl mit sozialen Fragen als auch mit ökologischen, allein kommen wir eigentlich nicht zum Ziel.
00:00:07: Und diese Verschränkung eigentlich, das zueinander zu bringen,
00:00:10: die macht das ja gleich exponentiell komplexer.
00:00:13: Es macht es nicht billiger, es macht das an vielen Stellen sogar aufwendiger in den Prozessen.
00:00:17: Aber das, was wir in der momentanen Situation aus unserer Sicht einfach daran erproben können,
00:00:23: so Projekt für Projekt, ist einfach der Umgang, der notwendig wird.
00:00:30: Anne-Marie Wagner: Und ohne Hausgemeinschaft, ohne Gegenüber, ohne Nutzer hätten wir vielleicht wunderbare Lofts geschafft.
00:00:36: Aber wir hatten dieses Gegenüber und wir hatten diesen Zwang.
00:00:39: Jeden Quadratmeter hat seinen Preis und die Mieten müssen tief bleiben.
00:00:44: Und dieser Zwang plus die Struktur, ich glaube, das hat das Projekt wirklich bereichert.
00:00:49: Nichts ist sozusagen vom Himmel gefallen, sondern es war immer begründet.
00:00:57: Tim Seidel: dass wir mit denen die gleichen Fragen diskutieren, die wir hier diskutieren. Wie können wir diesen Bestand erhalten?
00:01:02: Wie können wir neue typologische, neue gestalterische, neue städtebauliche Antworten aus dem Bestand finden,
00:01:08: die mit Vermarktungslogiken der Immobilienwirtschaft konkurrent gehen?
00:01:15: Tobias Willimann: Ich bin ein bisschen kritisch, gerade mit der Skalierbarkeit,
00:01:18: weil die nachhaltigste Lösung, für eine Lagerhalle weiter zu nutzen,
00:01:22: ist sie als Lagerhalle weiter zu nutzen.
00:01:25: Und wenn wir sagen, wir haben keine grüne Wiese überbaut,
00:01:28: in Bern wurde eine neue Kehrichtverbrennungsanlage gebaut,
00:01:31: da wurde Wald gerodet, die Coop hat sich auch irgendwo auf Ackerland
00:01:35: eine neue Verteilzentrale gebaut und dass es da auch ein gewisses Risiko gibt, dass wir uns etwas vormachen.
00:01:47: Judit Solt: Thema des heutigen Podcasts lautet Fair Wohnen im Bestand,
00:01:51: wie gemeinnützigen Organisationsformen eine sozial,
00:01:54: ökologisch und ökonomisch nachhaltige Transformation gelingt.
00:01:59: Dem wollen wir am Beispiel von zwei Projekten nachgehen.
00:02:02: Die beiden Projekte sind das Warmbächli in Bern und Ostdeck-Prattln.
00:02:07: Beide Projekte sind Transformationen von ehemaligen Lagergebäuden zu neuen, gemeinnützigen Wohnformen mit Elementen von partizipativem Wissenstransfer.
00:02:18: Die Basis beider Projekte ist,
00:02:20: dass heute die zentrale Frage im Städtebau, in der Architektur,
00:02:25: aber auch in der Landschaftsplanung eben keine reine Frage des Bauens sein kann und schon gar nicht des Neubauens.
00:02:33: Wie können wir diesen Bestand in all seiner Komplexität begreifen und als Ressource nutzen?
00:02:40: Mein Name ist Judith Scholl. Herzlich willkommen zu diesem Gespräch.
00:02:45: Ich bin ausgebildete Architektin und Chefredaktorin von TEC 21 Schweizerische Bauzeitung.
00:02:52: Ich freue mich, diese Komoderation zusammen mit Ivo machen zu dürfen.
00:02:57: Ivo Balmer: Ja, mein Name ist Ivo Balmer, ich bin von der Denkstadt und ich freue mich heute im Rahmen der Ausstellung.
00:03:04: Und das ist die gute Nachricht, die Schweiz ist gebaut,
00:03:08: gemeinsam mit Espatium den heutigen Podcast zu begleiten.
00:03:13: Wir widmen uns der Frage, was tun,
00:03:16: wie eine lernende Planungskultur den Bestand erkennt.
00:03:22: Ich bin ausgebildeter Soziologe und Stadtgeograf und freue mich auf das Gespräch.
00:03:29: Judit Solt: Tobias Willimann ist ursprünglich Schreiner, Medien- und Kommunikationswissenschaftler.
00:03:34: Er ist Co-Präsident der Wohngenossenschaft Warmbächli und leitete dort auch die Baukommission.
00:03:40: Er wohnt auch dort und vertritt hier die Bauherrschaft Warmbächli.
00:03:45: Tim Seidel ist Professor und Co-Institutsleiter
00:03:50: am Institut Architektur der FHNW.
00:03:53: Er ist von Haus aus Architekt und auch Co-Gründer
00:03:56: von BHSF-Architekten und war beteiligt an
00:03:59: der Umnutzung des ehemaligen Lagergebäudes von Chocolatobler in Bern.
00:04:04: Er spricht ebenfalls für die Wohnbaugenossenschaft Warmbächli.
00:04:09: Ivo Balmer: Für das Projekt Ostdeck auf der Zentrale Pratteln freut es mich, meinen Kollegen Ben Pohl zu begriessen.
00:04:14: Er ist Urban Designer seit 2016 bei der Denkstadt.
00:04:18: Er hat das Projekt in Pratteln von Anfang
00:04:22: an begleitet und interessiert sich als Stadtforscher
00:04:26: vor allem für Prozesse dieser lernenden Planungskulturen.
00:04:30: Er spricht heute für das Projekt Ostdeck.
00:04:34: Judit Solt: Und last but not least Anne-Marie Wagner. Sie ist Architektin, war Dozentin an der FHNW.
00:04:40: Sie hat ein eigenes Büro zusammen mit Cédric Bachelard.
00:04:43: Das Büro gewann 2018 den Studienauftrag
00:04:46: für die Entwicklung der ehemaligen Kopferteilzentrale Pratteln
00:04:51: und transformierte das Ostdeck im Auftrag des Miethäuser-Syndikats in einen Wohnbau.
00:04:56: Bevor wir aber zum Ostdeck kommen, möchten wir über das Warm-Bächli sprechen
00:05:02: und ich übergebe an Tobias Willimann.
00:05:06: Tobias Willimann: Danke. Ich bin in dem ganzen Prozess eigentlich gekommen aus einer Nutzerperspektive.
00:05:11: Ich war ab 2011 Teil einer kleinen Gruppe von Freunden auf der Suche nach einem Mehrfamilienhaus
00:05:18: mit der Idee, dass wir das als Genossenschaft kaufen können und da selbstorganisiert wohnen können.
00:05:23: Wir haben natürlich nichts gefunden in der Stadt Bern.
00:05:28: Tim Seidel: Wir, BHSF-Architekten, sind entsprechend der Vorgeschichte auf so sehr klassische und konventionelle Weise
00:05:34: an dieses Projekt eigentlich rangekommen und haben uns dem genähert.
00:05:37: Im Jahr 2012 hatte die Stadt Bern den besagten städtebaulichen Ideenwettbewerb ausgeschrieben
00:05:43: für die Neubebauung des Areals am Warmbechliweg.
00:05:47: Und unser städtebauliches Projekt konnte sich damals in dem Wettbewerb durchsetzen
00:05:52: mit einer ganz einfachen Kernthese, dass wir ein Maximum an bestehenden Baustrukturen erhalten,
00:05:58: um zum einen Ressourcen zu schonen und die sehr ambitionierten energetischen Vorgaben
00:06:04: der 2000-Watt-Gesellschaft zu erfüllen, aber auch um die industrielle Geschichte des Areals weiterzuschreiben.
00:06:10: Und zum Taktgeber,
00:06:11: zum ideellen Zentrum wurde dann das ehemalige Lagergebäude der Tobler-Schokolade.
00:06:18: Dieses Gebäude ist Mitte der 60er Jahre gebaut worden.
00:06:22: Eine sehr robuste Struktur aus Stahlbeton, einfach und zweckmäßig,
00:06:27: mit dicken Stützen und dicken Deckenplatten und vor allem großen, sehr inspirierenden Dimensionen.
00:06:34: Und wir fanden das eine Herausforderung, dort Wohnen unterzubringen und wollten das im Wettbewerb beweisen.
00:06:39: Wir haben damals Clusterwohnungen eingeplant und das wirkte dann wohl offenbar so interessant
00:06:44: auf die damals sich noch gründende Wohnbaugenossenschaft Warmbächli,
00:06:48: dass wir diese dann 2013 erstmals trafen und in Form von zunächst einer Machbarkeitsstudie
00:06:54: das Projekt weiterentwickelten und auf Plausibilität der Vorstellung überprüften.
00:07:00: Tobias Willimann: Mit dem Zuschlag für das Baufeld konnten wir dann endlich anfangen, Geld auszugeben.
00:07:04: Wir haben dann einen Planungsleitfaden entwickelt und wir wussten ja nicht,
00:07:09: wie man das normalerweise macht
00:07:11: weil wir alle noch nie eine Bestellung an Architekten formuliert haben.
00:07:15: Neben harten Fakten gab es auch so beschreibende Elemente.
00:07:18: Wir haben zum Beispiel mal einen Workshop gemacht, wo es darum ging,
00:07:23: Texte zu schreiben im Stil von Ein Tag im Leben von.
00:07:26: Da haben engagierte Leute, die die Absicht hatten, da einzuziehen, einen Tag in ihrem Leben in diesem Haus beschrieben.
00:07:32: Teilweise war es dann auch ein Leben in diesem Haus mit verschiedenen Abschnitten.
00:07:38: Und solche Sachen sind dann auch in diesen Planungsleitfaden eingeflossen und haben mehr so Stimmungen vermittelt,
00:07:45: so etwas in die Richtung. Wir haben versucht,
00:07:48: in diesem Planungsleitfaden den Grundsatz zu verfolgen,
00:07:52: dass wir Probleme formulieren wollen und Lösungen erhalten.
00:07:56: Und nicht umgekehrt Lösungen formulieren und dann Probleme erhalten.
00:08:01: Ein wichtiger Schritt in dieser Zeit war auch eine Zwischennutzung im Gebäude.
00:08:04: Wir haben die Stadt als Besitzerin einfach angefragt,
00:08:07: ob wir da vielleicht ein Büro machen könnten und einen Raum nutzen für unsere Treffen. Und sie haben dann gemeint,
00:08:14: es wäre einfacher, wenn wir gleich einen ganzen Stock mit etwa 1000 Quadratmetern übernehmen.
00:08:20: Und das hat sich als Glücksfall herausgestellt.
00:08:22: Wir haben dann nämlich nicht nur vor Ort unsere Geschäftsstelle haben können,
00:08:28: sondern auch eine breite Struktur aufbauen können.
00:08:31: Und da auch schon uns ein bisschen üben können darin, wie es ist, Gewerbe zu vermieten und einen solchen Ort zu verwalten.
00:08:39: Und es war ganz wichtig, da vor Ort zu sein, um die Räume schon zu erleben.
00:08:44: Wir haben auch viel Wissen über zum Beispiel die Lichtverhältnisse im Haus da entwickelt,
00:08:49: weil wir das direkt erlebt haben. Und 2021 im November,
00:08:53: also vor gut drei Jahren,
00:08:55: sind wir dann eingezogen und seitdem lebe ich,
00:08:59: leben wir etwa 250 Leute mittlerweile da und verwalten uns immer noch selber.
00:09:08: Tim Seidel: Dieser Planungsleitfaden, den du, Tobi, eben beschrieben hast,
00:09:11: das war ein wahnsinnig inspirierendes Dokument,
00:09:14: was ich so sonst als Architekt noch nie bekommen habe.
00:09:18: Vor allem wurde darin ein sehr komplexes, vielfältiges Raumprogramm mit Gewerbe- und Gemeinschaftsnutzung beschrieben,
00:09:25: aber auch mit ganz unterschiedlichen und
00:09:27: vielfältigen Wohnungstypen von konventionellen
00:09:31: Etagenwohnungen über Selbstbaueinheiten
00:09:33: bis hin zu Wohngemeinschaften und Clusterwohnungen für verschiedene Mietende.
00:09:38: Dieses komplexe Raumprogramm haben wir dann versucht zu ordnen, haben das in horizontalen Schichten im und auf dem Bestand gemacht.
00:09:47: Die oberen beiden dieser übertiefen Sockelgeschosse nehmen alle Gewerbe- und Gemeinschaftsräume auf,
00:09:53: sowie das zentrale zweigeschossige Foyer,
00:09:56: in dem sich alle Wege der Nutzenden im Alltag kreuzen.
00:10:01: Vom Erdgeschoss dann aufwärts erschließen
00:10:04: zwei sehr großzügige Treppenhäuser die Wohnungen
00:10:07: in zunächst drei überhohen Bestandsgeschossen
00:10:09: und darüber gibt es dann noch drei Wohngeschosse
00:10:12: in einer Aufstockung in Holzbauweise und
00:10:14: das Ganze wird dann noch bekrönt von einem
00:10:16: Dachgeschoss mit einer gemeinschaftlichen Dachküche und einem Dachgarten.
00:10:22: In den 60 Wohnungen, Tobi hat es gerade gesagt, leben jetzt fast 250 Menschen.
00:10:25: Dazu gibt es noch neun Joker-Zimmer, die man dazu mieten kann, viel Gemeinschaftsorte, Gewerbeeinheiten und so weiter.
00:10:32: Und was mich immer freut, wenn ich dann mal wieder vor Ort bin, dass das umgebaute Lagergebäude nichts Hermetisches hat,
00:10:39: dass es ein offener, heiterer Ort und dass es wirklich ein Teil der Stadt geworden ist. Vielen Dank.
00:10:44: Judit Solt: Du hast gesagt, ihr habt das Gebäude wirklich aus einer Vorstellung des Lebens heraus beschrieben.
00:10:50: Das heisst, da ist eigentlich enorm viel Wissen von eurer Seite eingeflossen.
00:10:55: Einerseits über eure Bedürfnisse und andererseits, und das hast du eben auch sehr schön erwähnt,
00:11:02: Wissen, wie das Gebäude sich anfühlt, weil ihr ja schon drin wart.
00:11:06: Also wirklich ein Lernen aus dem Gebrauch des Bestands heraus.
00:11:12: Tim Seidel: Das ist richtig. Ich kann jedem empfehlen, diesen Planungsleitfaden mal von der Homepage runterzuladen und mal durchzulesen.
00:11:18: Das Schöne ist, dass es eben Möglichkeiten zu Räumen auftut.
00:11:22: Es bestärkt einen darin, das Experiment, was ja diese Umnutzung an sich schon ist,
00:11:27: auch auf dieser sozialen und programmatischen Ebene weiter fortzuführen.
00:11:33: Ich finde, das hat den ganzen Prozess so getragen.
00:11:36: Es war eine gute Basis, die dann im dialogischen Verfahren auch immer weiter verfeinert wurde.
00:11:42: Der Prozess war angelegt in den Planungsleitfaden, wie es laufen sollte, auch die Gremien,
00:11:47: was die zu welcher Zeit zu sagen haben.
00:11:50: Aber die Entscheidungen, die dann immer getroffen wurden, die waren natürlich nicht fixiert.
00:11:54: Die konnten wir immer sehr pragmatisch und im Interesse aller miteinander aushandeln.
00:11:59: in den Plenumsveranstaltungen der Genossenschaft, in den Baukommissionssitzungen oder auch direkt mit Claudia Thiessen,
00:12:05: die die Projektleitung auf der Bauherrenseite übernommen hat.
00:12:09: Ivo Balmer: Aber was hat euch dazu ermutigt,
00:12:11: das in diesem Umfang und in dieser Art zu entwickeln und diese Bestellung so zu formulieren?
00:12:18: Tobias Willimann: Ja, ich glaube, neben dem, dass wir ganz viel Wissen mitgebracht haben aus einer Nutzer-Nutzerinnen-Perspektive,
00:12:23: haben wir auch ganz viel Unwissen mitgebracht, wie man das richtig macht. Und die Basisgruppe,
00:12:28: die das Ganze initiiert hat, die konnte diese Architektursprache nicht, in der man bestellt.
00:12:34: Und schlussendlich haben wir versucht,
00:12:37: aus NutzerInnen-Sicht das so zu formulieren, wie wir sprechen und denken.
00:12:43: Judit Solt: Also eigentlich, dass diese amateurartige Herangehensweise ein totaler Glücksfall war,
00:12:49: Tim Seidel: Ja, das kann ich bestätigen. Die Einstellungen von uns und der Genossenschaft haben sich, glaube ich, sehr gut gedeckt.
00:12:54: Wir haben beide am gleichen Strang gezogen.
00:12:57: Wir hatten beide das Interesse, dieses Experiment zum Funktionieren zu bringen, daraus ein besonderes Projekt zu machen und ich glaube, das hat das ganze Projekt getragen.
00:13:10: Judit Solt: Dankeschön. Nun hören wir Ausführungen zum Projekt Ostdeck und ich übergebe an Ben.
00:13:18: Ben Pohl: Die Zentrale Pratteln ist ein ca.
00:13:20: 4,5 Hektar großes Areal direkt am Bahnhof Pratteln im Kanton Basel-Landschaft.
00:13:25: Von Basel SBB aus ist Pratteln in ca. 8 Minuten mit der S-Bahn zu erreichen.
00:13:30: 1907 hat der Verband Schweizerischer Konsumvereine,
00:13:34: aus dem dann später die Coop wurde,
00:13:36: dort seinen ersten Lagerbau mit Bahnanschluss errichtet.
00:13:40: Dieses historische Gebäude besteht bis heute.
00:13:45: Bis 2016 hat die Coop auf diesem Areal dann weitere Logistiklager und Produktionsgebäude gebaut und betrieben.
00:13:52: Im Zuge von logistischen Umstrukturierungen wurde der Coop dieses Areal zunehmend zu klein.
00:13:57: Man entschied dann bei der Coop in der Nähe in Pratteln,
00:14:00: einen neuen Logistikstandort auf der grünen Wiese zu errichten und das Areal am Bahnhof zu verkaufen.
00:14:07: Anne-Marie Wagner: In unserem Städtebau werden der Gewerbebau entlang der Bahn, die Schädthalle,
00:14:13: die massiven Untergeschosse und der Zuckersilo erhalten.
00:14:17: Wir haben vorgesehen eine Blockrandtypologie
00:14:20: mit sechs bis neun geschossigen Wohnbauten.
00:14:24: Die Großmaßstäblichkeit des Neubaus greift
00:14:28: bewusst die Dimensionen von seinen industriellen Vorgängern
00:14:33: und soll die Geschichte des Orts weiter schreiben.
00:14:40: Ben Pohl: Im Grunde in diesem Ansatz erstmal ein recht klares und schlankes Planungsverfahren wären da nicht zwei Faktoren.
00:14:46: Das Areal liegt in einer Zone mit Quartierplanpflicht und das bedeutet,
00:14:50: dass eine Realisierung mit einem Planungsvorlauf von circa fünf Jahren mindestens rechnen muss.
00:14:55: Und zweitens, das Areal ist 2016, als die Logis Suisse es übernimmt, noch im vollen Betrieb durch die Coop.
00:15:02: Die Eigentümerin hatte vor allem die Potenziale des Bodens für gemeinnützigen Wohnungsbau im Blick.
00:15:08: Der Gebäudebestand erhöht die Komplexität der Aufgaben,
00:15:11: weil man nicht alles abbrechen und eben große Teile für dauerhafte Nutzungen vor allem im Gewerbe erhalten will.
00:15:17: Es gab für die Logis Suisse im Grunde zwei Möglichkeiten, damit umzugehen,
00:15:21: nachdem die alte Nutzung durch die Coop das Gebäude verlassen hatte.
00:15:25: Zum einen das Areal so weit wie möglich stilllegen und gegen Verfall und Vandalismus schützen,
00:15:31: was einen deutlichen Aufwand bedeutet.
00:15:33: Wenn alle wasserführenden Leitungen auf 60.000 Quadratmeter entleert werden müssen und ein Areal von circa 4,
00:15:40: 5 Hektar Größe vorhanden ist
00:15:42: dann ist das über eine Zeit von fünf Jahren schnell ein siebenstelliger Betrag von ohnehin Kosten, die damit anfallen.
00:15:49: Oder aber das Areal für diese fünf Jahre
00:15:51: Planungsvorlauf weiter in Gebrauch halten
00:15:54: und durch neue Nutzungen vor Vandalismus und Verfall schützen,
00:15:57: was im besten Fall kostenneutral sein könnte, aber zusätzlich aktivierende Mehrwerte bietet,
00:16:03: die Ressource Raum nicht ungenutzt lässt und dabei hilft,
00:16:06: die Erzählung des Ortes vom Logistikstandort zum lebendigen Quartier umzudeuten.
00:16:11: Die Logi Swiss hat sich dann dafür entschieden, das Areal in Zwischennutzung aktiv für diese fünf Jahre weiter zu nutzen.
00:16:17: Und hier kommen dann die Denkstadt und unser Schwesterbüro ins Spiel.
00:16:21: Innerhalb kurzer Zeit gelingt es, mit vielfältigen Nutzungen das Areal neu in Gebrauch zu nehmen.
00:16:26: Was man dazu vielleicht anführen muss, diese Zwischennutzungen laufen auf einer parallelen Spur
00:16:32: und haben kaum geplante Schnittstellen, das dabei gesammelte Wissen in dem Prozess der Quartierplanentwicklung aufzunehmen.
00:16:38: Wir nehmen dann seitens der Denkstadt einige leerstellende Hallen, auch teilweise selbst, in Gebrauch,
00:16:43: um herauszufinden, was diese Räume und die Zentrale kann.
00:16:47: Den Schlüsselmoment bildet 2018 ein von uns organisiertes Symposium und eine Summer School.
00:16:53: Die Summer School hatte dann noch ein Probewohnen im 1 zu 1 Modell.
00:16:58: Und das führt dazu, dass für zehn Tage von Studierenden ein temporäres Hotel in die Shethalle gebaut wird,
00:17:05: damit die Studierenden und die Gäste der Summer School und des Symposiums in der Halle wohnen, arbeiten, essen und genießen können.
00:17:11: Im Anschluss dieser Veranstaltung kam dann wirklich die Frage auf,
00:17:15: kann der Bestand der alten Lagerbauten vielleicht doch auch für Wohnen dauerhaft genutzt werden?
00:17:19: Eine Gruppe von Studierenden kam dann auf
00:17:22: uns zu und hat für vier Jahre Hallen wohnen
00:17:25: im Selbstausbau dieser Strukturen erprobt.
00:17:28: Und hier kann ich eigentlich den Hut wechseln, mit dem ich spreche, und zwar auf das Mietshäusersyndikat.
00:17:33: Dieses 1 zu 1 Modell, die Erfahrungen im Hallen wohnen, geben für das Mietshäusersyndikat dann den Anstoß,
00:17:39: das Wissen eben aus dieser Übergangsnutzung von der Denkstadt und seinen Schwesterbüros übernehmen kann
00:17:45: und auch offiziell für die Planungen aufgreifen darf.
00:17:48: Was am Ende zum Projekt Ostdeck führt, einen Bestandserhalt, wo ursprünglich ein Neubau geplant war.
00:17:54: Und was wir hier eigentlich sehen, ist ein ganzes Netzwerk aus Gebäuden, Plänen, Eigentümerschaften, Verwaltung und Menschen,
00:18:00: die eben kooperativ gelernt haben,
00:18:03: eine Anpassung vom ursprünglichen Ziel vorzunehmen und in diesem Sinne eine lernende Planung zu organisieren.
00:18:10: Anne-Marie Wagner: Als die Anfrage vom Mithäuser Syndikat dann zu uns kam,
00:18:14: eine der Lagerhalle zu erhalten und umzunutzen
00:18:18: war der Quartierplanprozess schon fast fertig.
00:18:22: Wir konnten dann nur noch prüfen, was möglich wäre,
00:18:27: wenn ein von den bestehenden Lagergebäuden zu einem Genossenschaftswohnungsbau umgenutzt wird.
00:18:35: Der sogenannte Bau 22 an der Südostecke
00:18:39: vom Blockrand hat sich für die Umnutzung am besten geeignet.
00:18:44: Die Struktur wurde für sehr hohe Lasten auch dimensioniert und wirkt plastisch sehr stark,
00:18:51: wodurch sie den Raum extrem stark prägen.
00:18:55: Die Idee war, den Rohbau zu erhalten und weiter für das Wohnen zu nutzen.
00:19:02: Die baurelchische Grundlage, also der Quartierplan Zentrale Basel, war aber schon gegeben.
00:19:07: Zusammen mit dem Mithäuser Syndikat haben wir dann drei Hauptprinzipe definiert.
00:19:14: Zuerst den Respekt von den statischen Grundsätzen der Struktur,
00:19:18: also keine unnötigen Maßnahmen ergreifen und die bestehende Tragfähigkeit beibehalten und weiter nutzen.
00:19:27: Der zweite war, den Perimeter des Quartierplans vollständig ausnutzen,
00:19:31: um die maximale mögliche Geschossfläche für Wohnnutzung zu erreichen.
00:19:36: Und dann den Dämmperimeter so kompakt wie möglich,
00:19:39: um den Bestand anzuordnen und eine außenliegende Erschließung der Wohnungen zu organisieren.
00:19:45: Die Struktur wird als Skelett bis zum Gewerberegel
00:19:49: belassen und später als Gerüst für hängende
00:19:53: und kletternde Pflanzen im Aussenraum dienen.
00:19:56: Die Wohnungen werden über diesen Laubengang erschlossen im Osten,
00:20:01: der auch als privaten Aussenraum dient.
00:20:04: Im Bereich unter der Dachterrasse befinden sich zwei hohen Hallen,
00:20:09: die einerseits als Achtzimmerklösterwohnungen und andererseits als Hallenwohnungen später ausgebaut werden.
00:20:16: Und so werden aus die 5.100 Quadratmeter
00:20:20: Lagerfläche 4.500 Quadratmeter Wohnfläche errichtet.
00:20:27: Durch den Erhalt der Tragsstruktur gelingt dann nicht nur eine spannende Architektur oder verschiedene Typologien,
00:20:33: sondern die Berechnungen ergeben zudem,
00:20:36: dass wir auch einen sehr hohen Wert an CO2-Ersparnis erreichen können.
00:20:41: Ivo Balmer: Vielen Dank, Anne-Marie, Ben für diese interessanten Ausführungen und Wendungen,
00:20:47: die sich auf der Zentrale Pratteln ergeben haben und quasi das Ostdeck wieder zurück auf den Plan gesprungen ist.
00:20:55: Lieber Ben, wann hast du dir das erste Mal überlegt,
00:20:59: kann das alles gewesen sein,
00:21:01: also den Bestand als Potenzial erkannt?
00:21:05: Ben Pohl: Ich glaube, das ist ein Prozess.
00:21:06: Es ist nicht so, dass man auf dieses Areal kommt am ersten Tag und sagt, das muss man alles erhalten, weil das kann man überhaupt nicht einschätzen.
00:21:13: Der entscheidende Moment aber, der tritt eigentlich erst ein,
00:21:17: als wir wirklich über diese Übergangsnutzungen und auch das von uns organisierte Symposium wirklich diese Strukturen in eigenen Gebrauch nehmen.
00:21:25: Also wenn man die erste Nacht dort selber übernachtet und wenn man die ersten Veranstaltungen selber organisiert und erstmal zu schauen,
00:21:32: was geht da. Und in den Gesprächen dann auch mit Kollegen, in den Führungen, die wir gemacht haben,
00:21:37: stellte sich dann wirklich die Frage, ist eigentlich mit diesen Hallenstrukturen zu Ende verhandelt?
00:21:42: Man fragt sich, Moment, was soll da eigentlich entstehen? Da soll ein Ateliergebäude dann an derselben Stelle errichtet werden?
00:21:48: Wir haben das sechsmal übereinander. Also warum machen wir nicht eigentlich innovative CO2-sparende Wohnformen in diesen Strukturen?
00:21:55: Und dann waren wir aber nicht Teil der offiziellen Planung. Da gab es gar keine Schnittstelle, die war komplett entkoppelt.
00:22:02: Und dieses Wissen, das wäre versandet,
00:22:04: wenn es nicht die Möglichkeit gegeben hätte,
00:22:07: da über einen loyalen Weg dieses Wissen zu transferieren und zu sagen
00:22:11: aha, wir haben ja den offiziellen Auftrag, auch mitzuhelfen, BauträgerInnen zu finden.
00:22:16: Und dann können wir unsere Überlegungen ja auch meinen Kollegen des Mietshäusesyndikats übertragen.
00:22:22: Und das ist so eine Geschichte, die zeigt, wie Wissenstransfer ganz entscheidend ist.
00:22:27: Ivo Balmer: Und dann vielleicht die Frage an dich, Anne-Marie.
00:22:30: Wie war das jetzt, als die Bauträgerin plötzlich vor eurer Tür stand und sagte,
00:22:35: wir würden gerne nochmals einen Teil dieses Blockrandes überprüfen und schauen,
00:22:41: ob wir da nicht noch weitere Gebäude stehen lassen könnten,
00:22:45: sprich eine Umnutzung nicht auch denkbar wäre?
00:22:48: Was hat das bei dir ausgelöst oder in deinem Team der Architekt:innen?
00:22:53: Anne-Marie Wagner: Also wir fanden das eine sehr spannende Anfrage und auch eine Herausforderung, weil wie gesagt,
00:22:59: das Projekt war schon sehr weit. Und wir haben dann diese Ingenieurpläne,
00:23:04: diese Pläne von den verschiedenen Hallen bekommen von euch und haben dann bemerkt,
00:23:10: dass da Potenzial ist.
00:23:13: Ivo Balmer: Wir haben vorhin gehört von der Wohnbaugenossenschaft Warnbechli,
00:23:16: die so eine umfassende Bestellung in ihrer
00:23:20: Eigenorganisation den Architekt:innen mitgegeben hat.
00:23:23: Das hat das Mietshäusersyndikat, wie ich es verstehe, hier nicht direkt gemacht.
00:23:29: Nichtsdestotrotz ist es auch ein Kollektiv, das hier auf der anderen Seite ist.
00:23:36: Wie erlebst du jetzt im Zusammenhang mit
00:23:39: dem Projekt Ostdeck dieses Kollektiv auf der anderen Seite?
00:23:45: Anne-Marie Wagner: Also als wir euch kennengelernt haben, war es eigentlich sehr spannend zu sehen, wer da auch wohnen möchte.
00:23:51: Und wir haben viele Varianten gemacht, Erschließungsvarianten, Wohnungstyp-Varianten und so weiter.
00:23:57: Und weil die Struktur auch so stark war, eben diese drei Prinzipien, die ich vorher erwähnt habe,
00:24:03: die sind eigentlich so rausgekommen, auch muss ich sagen, nach einem Besuch von Warm-Bächli,
00:24:10: wo eben die Konsequenzen von Strukturänderungen
00:24:15: uns sozusagen dargestellt worden sind.
00:24:19: Und wir haben dann gefunden, wir behalten, was da ist.
00:24:21: Und eigentlich hat das sehr viel vorgegeben, weil das hat dann wie die Regeln gegeben,
00:24:27: dass die Wohnungen zum Beispiel 16 Meter tief sind und drei Meter breit.
00:24:30: Das ist eigentlich aus dieser Modellarbeit,
00:24:34: aber auch aus dem Respekt der Struktur, wie sie ist, gekommen.
00:24:39: Judit Solt: Das ist, glaube ich, ein sehr wichtiger Punkt.
00:24:42: Wir sprechen ja von Wissenstransfer und von lernenden Prozessen auf unterschiedlichen Ebenen.
00:24:47: Und das erscheint mir besonders interessant, weil das erlaubt es,
00:24:51: wirklich in anderen Dimensionen zu denken und auch eine Kultur zu etablieren
00:24:56: die nicht punktuell sich auf bestimmte Gebäude oder Quartiere beschränkt,
00:25:01: sondern etwas verallgemeinert und Teil einer gesamten Baukultur werden könnte.
00:25:07: Und da ist meine Frage, wie seid ihr darauf gekommen, dass ihr jetzt das Warnbechli anschauen müsst?
00:25:12: Anne-Marie Wagner: Das kam eigentlich von der Genossenschaft. Im Warmbäschli konnten wir dann Sachen konkret besprechen.
00:25:18: Zum Beispiel diese Hallenwohnungen, diese Dimensionen auch, diese Struktur im Raum,
00:25:24: die sichtbar bleibt. Wie will man das, will man das nicht?
00:25:28: Eigentlich ganz viele Sachen,
00:25:30: die später immer wieder thematisiert worden sind,
00:25:34: hatten wir da wie ein Bild davon oder schon.
00:25:37: Und auch mit der Führung, die wir von der, glaube ich, Topie bekommen haben, auch die Geschichte dahinter.
00:25:44: Was zum Beispiel das mit der Struktur, das hat extrem Mehrkosten gebracht. Das wollten wir nicht.
00:25:49: Wir wollten nicht unnötigen Kosten produzieren und im Gegensatz mit den Regeln oder mit den Gesetzen, die die Struktur gibt, Qualitäten schaffen.
00:25:58: Und das hat das Warmbäschli auch gemacht.
00:26:01: Also zumindest war das als Beispiel wichtig danach für die Gespräche mit unseren Gegenüberländern.
00:26:07: Ben Pohl: Die Situation, die du gerade beschreibst, Anne-Marie, ist natürlich eine, da muss ich schon wissen, was meine Frage ist.
00:26:12: Also zum Wärmenbechli zu fahren und mit BAFS zu reden und zu fragen, wie macht ihr das?
00:26:17: Weil wir haben eine ähnliche Frage, heißt ihr, ihr habt eigentlich schon gewusst, ihr wollt es umbauen,
00:26:22: ihr hattet euch ein paar Regeln gegeben, ihr habt schon eine problematische Situation erkannt. Der Wissenspunkt,
00:26:29: wo wir ansetzen, glaube ich, auch in dieser Übergangsnutzung, war einer, wo wir überhaupt noch nicht wussten, was ist die Frage.
00:26:36: Also wo man hineingeht in eine Situation und überhaupt erstmal mit dem Thema Wohnen,
00:26:41: was könnte das heißen?
00:26:43: Was heißt Privatheit? Wie klein muss die sein? Oder kann sie sein? Oder was heißt Gemeinschaft?
00:26:49: Was können wir teilen? Was ist die Schnittstelle zur Öffentlichkeit? Wie reagiert das Gebäude drauf?
00:26:53: Funktioniert das da drin? Gibt es irgendwen, der sich da selber reinbaut?
00:26:57: Also diese komplette Unbestimmtheitssituation, die uns eigentlich dann erst zu dem Punkt bringt, überhaupt zu erkennen,
00:27:03: hey, da gibt es ein wahnsinniges Interesse sogar dran und diese Strukturen könnten was.
00:27:07: Und daraus überhaupt erstmal die Frage zu suchen,
00:27:09: die nachher zu einer Strategie führen kann,
00:27:12: die ich auch strategisch verfolgen kann.
00:27:14: Und dann haben wir ja so ein bisschen vor dem Transferproblem gestanden.
00:27:19: Wir mussten ja loyal sein. Also wir wollten weder euch in euren Städtebau hineingrätschen und jetzt da irgendwie eine Kontroverse aufmachen und sagen,
00:27:26: es ist ja vollkommen unökologisch, das alles abzureißen.
00:27:28: Wollten wir nicht, sondern einen geschickten Weg zu finden, dieses Wissen, was aus diesen Situationen entsteht,
00:27:35: aus dem 1 zu 1 Modell im Gebrauch dieser Zwischennutzung, so mit rüber zu transferieren,
00:27:40: dass es für euch eine Option ist, darauf zu reagieren und euch nicht zu irgendwas oder niemandem zwingt.
00:27:46: Und das war für uns, glaube ich, so der empfindlichste Moment, wie man sich anmeldet und sagt,
00:27:51: hey, wir hätten da einen Gedanken.
00:27:54: Anne-Marie Wagner: Soviel ich mich erinnere, haben wir nie daran gedacht, Nein zu sagen, glaube ich.
00:28:00: Es war von Anfang an cool, oder?
00:28:02: Wir machen das und versuchen es.
00:28:04: Und diese gewisse Unsicherheit, die wir hatten wegen dem Quartierplan.
00:28:09: Es gibt ein paar Ausnahmen, Bewilligungen, auf die wir gehofft haben, damit es funktioniert. Und alle diese Punkte,
00:28:16: die waren bekannt, aber alle haben trotzdem daran geglaubt und daran gearbeitet, dass es möglich wird.
00:28:23: Judit Solt: Das heisst, eigentlich seid ihr von, ich sage jetzt mal, klassischen, etablierten, normalen Weg,
00:28:30: wie man ihn so richtig gut kennt, abgewichen und habt euch auf eine komplett neue Geschichte eingelassen.
00:28:36: Diese Idee hat euch offensichtlich verführt. Warum hat euch das überzeugt?
00:28:41: Da muss es etwas geben, was aus dieser Erfahrung des Bestands heraus so überzeugend war,
00:28:46: dass ihr eben diesen neuen, anderen, zusätzlichen Aufwand nicht gescheut habt,
00:28:53: Anne-Marie Wagner: Das ist diese Kraft der Struktur, des Bestands, wie Ben es beschrieben hat.
00:28:57: Wenn man in diese Räume reingekommen ist, hat man sich gefragt, wie kann man sowas erst mal abreißen?
00:29:03: Und auch diese Chance,
00:29:05: Wohnraum zu schaffen in einem Rohbau,
00:29:10: den man für Wohnbau nie machen würde. Also man würde es nie neu bauen, oder?
00:29:17: Und es gibt dann einfach Wohnraum,
00:29:19: der räumlich anders wirkt als, sag ich mal,
00:29:22: diesen normalen Wohnungsbau.
00:29:26: Ben Pohl: Und weil man in dieser Experimentalphase,
00:29:28: also in dieser Übergangsnutzung mit diesem kleinen Hallenwohnexperiment in der Shethalle herausgefunden hat
00:29:36: dass es andere Formen von Überschneidung von Arbeiten, Wohnen,
00:29:40: Gemeinschaft und Privatheit gibt. Also die Studierenden,
00:29:44: die sich da so ein 24-Stunden-Atelier hineingebaut haben mit so kleinen Schlafboxen und Arbeitsplätzen und Töpferwerkstätten und Musikräumen
00:29:54: die haben eigentlich ein ganz anderes Konzept von geteilter Infrastruktur, von Gemeinschaft.
00:29:58: Und jetzt zeigt der Bestand eigentlich, dass er Räume hat,
00:30:02: die vielleicht für die klassische Drei-Personen-Haushaltslogik gar nicht geeignet sind
00:30:07: weil sie komische Raumhöhen haben, aber genau für diese anderen Modelle ein wahnsinniges Potenzial bieten.
00:30:12: Und das auch zu nutzen und dem auch eine Qualität zu geben nachher, ist, glaube ich, das, was es dann so spannend macht.
00:30:19: Ivo Balmer: Du hattest ja während dem ganzen Pionier-Zwischennutzungs- oder Planungsprozess Kontakt mit der Logi Suisse.
00:30:26: Wie konntest du eigentlich die Menschen dieser Genossenschaft überzeugen,
00:30:31: dass sie da eine Konzepteingabe machen sollten?
00:30:35: Ben Pohl: Wir haben den Auftrag bekommen, im Kommunikationsmandat ein Dossier zu machen,
00:30:40: was das Richtprojekt, also diese Plangrundlagen, übersetzt in, sagen wir mal, nicht architektonische Sprache.
00:30:46: Also zu zeigen, dass diese sieben Baufelder eigentlich alle A-Lagen sind für unterschiedliche Typologien,
00:30:52: für unterschiedliche Wohnformen.
00:30:54: Die haben alle ihre Qualitäten und damit ist man dann in die Verteilung der Genossenschaften gegangen,
00:31:01: weil die Genossenschaftsvorstände oft eben aus Laien oder eben nicht Architekt:innen besetzt sind
00:31:06: und die sollten eigentlich da drin lesen, aha, okay,
00:31:09: ich identifiziere diese Typologie für mich eigentlich als die Beste.
00:31:13: Und das hat uns natürlich gechallenged zu sagen, ich muss es schaffen,
00:31:17: dass diese Studierenden dort in diesem Ding wohnen.
00:31:21: Also wir haben dann alles möglich gemacht,
00:31:23: dass die dort außerhalb der regelkonformen Situation ein 24-Stunden-Intensivatelier betreiben können
00:31:30: und aus dieser Situation haben wir dann das Mietsäuersyndikat eingeladen, die haben dann mal eine Veranstaltung gemacht.
00:31:35: Daraus entsteht sozusagen ein Nukleus,
00:31:37: der dann intern beim Vorstand des Mietsäuersyndikats, glaube ich, auch nochmal Prozesse anspricht
00:31:43: die, glaube ich, auch nicht einfach waren, aber sich am Ende dafür entscheidet, doch eine Konzepteingabe zu machen
00:31:49: und zu sagen, ja, wir wollen das gerne prüfen und damit gehen sie sozusagen den offiziellen Weg
00:31:55: und dann schneit sich dieses Wissen an die offizielle Planung an.
00:31:58: Judit Solt: Das heisst, es war eine ganz neue Rollendefinition.
00:32:01: Man könnte sagen, dass ihr eigentlich die Anwälte des Gebäudes wart.
00:32:07: Ihr habt die richtigen Nutzenden gesucht und gefunden.
00:32:10: Und das ist ganz eine andere Rolle als jetzt bei euch.
00:32:13: Beim Warnbechli war es ja so,
00:32:15: ihr habt eigentlich als Nutzende den Traum vom Altbau gehabt.
00:32:20: Ihr habt einen Altbau gefunden und ihr habt dann entschieden, okay, aus dem machen wir was für uns.
00:32:27: Also eigentlich war es ein bisschen der umgekehrte Weg.
00:32:30: Tobias Willimann: Ja, also wenn es in Bern etwas wie das Mietshäusersyndikat gegeben hätte,
00:32:34: dann hätten wir uns da sicher versucht, da als Gruppe einzubringen
00:32:38: und das mit einem bestehenden Bauträger zu machen,
00:32:41: der so offen ist und sich auf solche Abenteuer einlässt.
00:32:45: Aber den gab es nicht in Bern und deshalb blieb uns nichts anderes übrig, als das alles selber zu machen.
00:32:51: Und es ist überhaupt kein Weg, der sich skalieren lässt.
00:32:55: Das ist nur möglich mit Menschen, die mit Teilzeitjobs und ohne große Care-Aufgaben,
00:33:00: keine kleinen Kinder und auch sonst keine Verwandten, die man betreuen muss
00:33:05: und tendenziell gut gebildet, gutes Netzwerk und einige davon sollten auch reiche Eltern haben.
00:33:12: Was ich im Nachhinein realisiert habe, ist, dass der ganze partizipative Prozess,
00:33:16: das ist auch eine Art von Kundenbindung und Marktforschung.
00:33:21: Also wir haben einen Wohnungsspiegel realisieren können, der sehr mutig ist,
00:33:25: mit etwa neun Großwohnungen, wo mehr als acht Leute wohnen.
00:33:30: Und das konnten wir, weil wir gewusst haben, wir haben die Leute schon.
00:33:33: Wir wissen, wer da wohnen will.
00:33:36: Das hat fast überall funktioniert, ausser bei den Clusterwohnungen,
00:33:40: wo sich so die Menschen im dritten Lebensabschnitt gewünscht haben.
00:33:45: Die haben so in den Umfragen und in den Workshops immer großes Interessen am gemeinschaftlichen Wohnen gezeigt.
00:33:51: Und als es dann um die Vermietung ging, haben sie sich alle auf Kleinwohnungen beworben.
00:33:56: Judit Solt: Ihr habt ja alle sehr viel vom Gebäude, vom Areal gelernt, von den Menschen,
00:34:01: die sich dort aufgehalten haben, voneinander auch. Kann man sagen,
00:34:06: dass solche lernenden Planungen eigentlich die Zukunft der Planung darstellen?
00:34:14: Ben Pohl: Ja, ich glaube, wir stehen vor einer Situation,
00:34:16: wo sich die Herausforderungen eigentlich wieder einer größeren Komplexität stellen müssen.
00:34:21: Also wir können die soziale Frage nicht einfach nur über soziale Planung lösen,
00:34:29: weil wir stehen vor Komplexitäten. Da ist entweder schon Bestand,
00:34:33: wir haben gleichzeitig die ökologische Frage mit dabei,
00:34:36: wir haben explodierende Bodenpreise und so weiter.
00:34:39: Also wir stehen sowohl mit sozialen Fragen als auch mit ökologischen, allein kommen wir eigentlich nicht zum Ziel.
00:34:45: Und diese Verschränkung eigentlich, das zueinander zu bringen, die macht das ja gleich exponentiell komplexer.
00:34:51: Es macht es nicht billiger, es macht das an vielen Stellen sogar aufwendiger in den Prozessen. Aber das,
00:34:56: was wir in der momentanen Situation aus unserer Sicht einfach daran erproben können,
00:35:02: so Projekt für Projekt, ist einfach der Umgang, der notwendig wird.
00:35:07: Anne-Marie Wagner: Ohne Hausgemeinschaft, ohne Gegenüber, ohne Nutzer hätten wir vielleicht wunderbare Lofts geschafft
00:35:13: oder luxuriöse Wohnungen,
00:35:15: fast so Einfamilienhäuser,
00:35:17: wäre auch in so einer Struktur möglich gewesen.
00:35:21: Aber wir hatten dieses Gegenüber und wir hatten diesen Zwang.
00:35:25: Jeden Quadratmeter hat seinen Preis und die Miete müssen tief bleiben.
00:35:30: Und dieser Zwang plus die Struktur, das hat das Projekt wirklich bereichert.
00:35:36: Nichts ist sozusagen vom Himmel gefallen, sondern es war immer begründet.
00:35:41: Tim Seidel: Ich glaube, diese Prozesse sind für, wenn wir von einem Wandel, von einer Transformation auf einer baukulturellen Ebene reden,
00:35:48: dass wir irgendwie anders umgehen müssen mit Bestand.
00:35:51: Dafür sind diese Projekte, in denen auch diese Lernprozesse stattfinden, sind die, glaube ich, unersetzlich.
00:35:56: Dass die einen Vorbildcharakter haben,
00:35:58: der auf ganz viele andere Projekte und auch auf andere Bauträgerschaften ausstrahlt, dafür sind die fantastisch.
00:36:05: Ich glaube aber, die große Herausforderung, vor der wir stehen, ist,
00:36:09: dass wir in diesen relativ geschützten Kreisen, in denen wir uns bewegen
00:36:13: wo man diese Experimente relativ gefahrlos machen kann,
00:36:17: dass wir die auch verlassen und auch Bauherren ansprechen, wie Pensionskassen, Banken und so weiter
00:36:23: die wir grundsätzlich erstmal so etwas verdächtig finden, dass wir mit denen die gleichen Fragen diskutieren, die wir hier diskutieren.
00:36:29: Wie können wir diesen Bestand erhalten?
00:36:32: Wie können wir neue typologische, neue gestalterische, neue städtebauliche Antworten aus dem Bestand finden,
00:36:38: die mit Vermarktungslogiken der Immobilienwirtschaft irgendwie kongruent gehen?
00:36:44: Denn sonst können wir diese ganze Transformation unserer Baubranche relativ schnell vergessen, wenn wir die Leute nicht mitnehmen.
00:36:50: Und ich glaube, die sind offen dafür.
00:36:53: Tobias Willimann: Ich bin da ein bisschen kritisch, gerade mit der Skalierbarkeit,
00:36:56: weil die nachhaltigste Lösung für eine Lagerhalle weiterzunutzen, ist sie als Lagerhalle weiterzunutzen.
00:37:02: Und wenn wir sagen, ja, wir haben keine grüne Wiese überbaut,
00:37:06: in Bern wurde eine neue Kehrichtverbrennungsanlage gebaut,
00:37:09: da wurde Wald gerodet, die Coop hat sich auch irgendwo auf Ackerland
00:37:13: eine neue Verteilzentrale gebaut.
00:37:16: Und es könnte auch passieren, wenn das so bei gewinnorientierten Bauträgern populär wird,
00:37:21: dass die Attraktivität, dass mittelalte Industrieareale
00:37:26: plötzlich teuer verkauft werden können, noch teurer,
00:37:29: weil da können nachher die Leute sagen, wir wohnen grün oder nachhaltig
00:37:34: und dadurch die Betriebe ja meistens nicht verschwinden.
00:37:38: Und vielleicht verschwinden sie aus der Schweiz im Extremfall,
00:37:41: aber die Wirtschaft schrumpft dadurch ja nicht unbedingt.
00:37:45: Und dass es da auch ein gewisses Risiko gibt, dass wir uns etwas vormachen.
00:37:49: Ich glaube, es sind primär organisatorische Fragen
00:37:52: und wenn wir sagen, die Stadt ist gebaut,
00:37:54: dann müssen wir sie nicht umbauen, sondern anders organisieren,
00:37:57: damit die Leute und die Nutzungen Platz haben.
00:38:01: Judit Solt: Das stimmt, aber es ist auch eine räumliche Frage. Ich spreche jetzt natürlich als Architektin.
00:38:05: Es gibt Möglichkeiten, ich glaube, das wissen wir alle,
00:38:09: es gibt Möglichkeiten, auf sehr wenig Raum sehr bequem zu wohnen, mit einer hohen Belegungsdichte.
00:38:15: Das ist dann aber eine ganz knifflige, dreidimensionale Puzzle-Aufgabe,
00:38:20: die man sehr intelligent lösen muss.
00:38:22: Und auch hier, glaube ich, kann man wiederum von euren Projekten sehr viel lernen,
00:38:28: weil ihr ja auch mit diesen grossen Raumhöhen und den potenziellen Einbauten
00:38:33: eben sehr vieles schon erprobt habt.
00:38:35: Ivo Balmer: Genau, und ich glaube, das ist auch ein guter Abschluss.
00:38:39: Es ist ja nicht nur die Raumhöhe oder die Grundprinzipien. Ich glaube, was auch noch wichtig ist,
00:38:43: beide Projekte haben und kennen Belegungsvorschriften.
00:38:46: Also ich glaube, das ist eben auch organisatorisch dahinter.
00:38:49: Das gibt dann genau auch den Druck wieder rein in die Architekturprojekte,
00:38:54: die dann auch wieder gewinnbringend in diesen Traumpaaren nach vorne gearbeitet werden.
00:38:59: Es bleibt mir nicht viel mehr, als Danke zu sagen für diese Reise
00:39:06: durch Bern, durch Bratteln, die Verbindungen zu suchen. Herzlichen Dank euch.
00:39:11: Und jetzt seid ihr und alle, die uns zugehört haben und ausgeharrt haben,
00:39:17: herzlich eingeladen, mit uns weiter zu diskutieren und die Skalierbarkeit zu überdenken. Wir sehen uns.
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